Lactatio falsa

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Dies ist der schlaue Begriff für eine Scheinträchtigkeit oder Scheinschwangerschaft, man kann sie auch Pseudogravidität nennen. Betroffen sind verschiedene Tierarten, in diesem Blog gehe ich nur auf die Hündin ein, aber auch andere Tierarten können betroffen sein. Katzen hingegen bekommen äußerst selten eine Scheinträchtigkeit.

 

Doch was genau ist das? Wie äußert es sich? Und wie bekommt man es wieder weg? Leidet das Tier dabei? Diesen und ein paar anderen Unsicherheiten werden wir jetzt mal genauer auf den Grund gehen…

 

 

Frühestens ein paar Wochen nach der ersten Läufigkeit kann die Hündin eine Scheinschwangerschaft bekommen. Genau genommen passiert dies nach allerspätestens 9 Wochen, denn dass ist der Zeitpunkt in der (nach einem erfolgreichen Deckakt) die Welpen zur Welt kämen. Einige Hündinnen bekommen aber auch schon 4 Wochen nach der Läufigkeit eine Lactatio falsa.

Im Grunde sind die Symptome genauso, als hätte die eifrige „Schein-Mutter“ wirklich Welpen. Dann will sie wenig bis nichts fressen, möchte nicht rausgehen (sie muss ja ihre „Welpen“ versorgen), baut ein Nest, adoptiert Spielzeug als Welpenersatz, viele Hündinnen suchen sich gerne Kuscheltiere oder Spielzeuge zusammen um diese als „Welpen“ zu adoptieren. Die werden in den Korb oder auf die Lieblingsdecke verschleppt, bewacht und bemuttert. Es kann auch sein das ungewöhnliche Dinge wie Socken, Plastikteile oder aber auch andere Haustiere herhalten müssen 😉

Das Gesäuge schwillt an, Milch bildet sich, und, auch oft vorkommend, die Laune wird grantig oder etwas depressiv. Andere Hunde werden weggebissen, manchmal wird auch der Besitzer angezickt. Die sehr eifrige scheinschwangere Hündin geht sogar so weit, dass sie selbst an ihrem Gesäuge saugt!

Andere Hündinnen werden sehr anhänglich und weichen ihrem Menschen nicht mehr von der Seite. Es ist sehr facettenreich.

 

Oft sind die Symptome so auffallend, dass der Besitzer sorgenvoll zum Tierarzt geht. Da gibt es dann meistens einen „Saft“, der die Symptome abklingen lässt.

Die Wirkungsweise ist, das mit synthetisch hergestellten Hormonen die Milchbildung verhindert wird, indem bestimmte Rezeptoren im Gehirn stimuliert werden, die die Ausschüttung von Prolactin (das Hormon was die Milchbildung in Gang setzt) verhindern.

Dies kann man „mal“ machen, aber eine Dauerlösung bei jeder Scheinträchtigkeit sollte es nicht sein.

 

Sind die Symptome für Tier und Mensch auszuhalten, reicht auch geduldiges abwarten, denn nach 2-4 Wochen ist der Spuk vorbei.

In dieser Zeit ist der Mensch gefragt seine Hündin viel abzulenken, viel raus zu gehen, sie geistig zu beschäftigen, sie einfach aus ihrem Trott zu holen. Gebunkerte Spielsachen die als Welpen adoptiert wurden sollten weggenommen werden, und das Gesäuge sollte möglichst nicht berührt werden (denn dies fördert alles die weitere Miclhbildung!).

Kalte Umschläge für das Gesäuge sind nett gemeint, aber kontraproduktiv! Je mehr Aktion am Gesäuge stattfindet, desto mehr denkt das Hirn „jeah, doch Welpen da, mehr Milch!“

 

Die Hündin hat bei einer Scheinschwangerschaft keine Schmerzen, außer ihr Gesäuge entzündet sich, was aber sehr selten geschieht.

Dennoch ist es eine Belastung für Tier und Mensch, besonders wenn dieser Zustand nach jeder Läufigkeit auftritt! Auch Veränderungen an der Gebärmutter und besonders den Eierstöcken können dadurch auf lange Sicht ausgelöst werden. Hier hilft in Extremfällen die Kastration.

 

Doch auch die Homöopathie hat hier einiges zu bieten, so gibt es verschiedene Mittel, je nach Charaktertyp, die direkt im Anschluss der Läufigkeit gegeben werden können, um eine Lactatio falsa zu verhindern, oder auch Mittel, die während einer Scheinträchtigkeit gegeben werden können um die Situation zu regulieren.

Auch die Kombination mit pflanzlichen Mitteln (Phytotherapie) bietet sich an.

 

 

Warum wird die Hündin scheinschwanger?

Es ist ein evolutionäres Gesetz der Rudeltiers Hund. Bei Wölfen ist die Scheinschwangerschaft erwünscht, denn wenn eine Wölfin Welpen bekommt, wird mindestens eine andere Wölfin des Familienverbundes scheinschwanger. Dies hat den Vorteil, dass die Mutterwölfin sich um andere Belange kümmern kann, bzw. nicht ausschließlich für die Welpen da sein muss, und die Versorgung der Welpen an eine Amme abgeben kann. Es ist ein sehr praktischer Mechanismus, sollte einem Muttertier etwas zustoßen kann eine andere einspringen und der Nachwuchs ist auf sicheren Pfoten.

 

Auch bei unseren Hunden kommt es öfters vor, dass so eine Scheinschwangerschaft „ausgenutzt“ wird als Ammenfunktion. Es gibt auch Hündinnen die deshalb andere Tierbabys akzeptieren und großziehen. Also, durchaus eine sinnvolle, von der Natur durchdachte Situation!

Trotzdem möchten wir natürlich nicht das unsere Hündin (im schlimmsten Fall) zweimal im Jahr diese Hormonachterbahn mitmacht.

 

Und was genau passiert im Körper, ist es Einbildung?

 

Nein, es ist eine hormonelle Kaskade. Der Zyklus der Hündin besteht aus 5 Phasen:

 

Proöstrus = Beginn der offensichtlichen Hitze, Blutung aus der Vulva, Rüden interessieren sich (ca. 10 Tage)

Östrus = die „heiße“ Phase, ein Deckakt wird von der Hündin zugelassen, der Eisprung tritt ein (Dauer ca. 13 Tage)

Metöstrus = keine Deckbereitschaft mehr, Symptome klingen ab (ca. 4 Tage)

Diöstrus = keinerlei Brunstsymptome mehr (Dauer ca. 70 Tage)

Anöstrus = längste Zyklusphase, wenig Hormonaktivität, Dauer je nach Größe und Rasse der Hündin, bis zum nächsten beginnenden Proöstrus (Läufigkeit) ca. 8 Wochen bis zu 9 Monaten.

 

innerhalb dieses Zyklusgeschehens gibt es eine Symphonie verschiedener Hormone, ich gehe jetzt möglichst grob darauf ein, um es einfach und verständlich zu halten.

 

Das Gehirn sendet bei Zyklusbeginn verschiedene Hormone aus, die dafür sorgen, dass an dem Eierstock Follikel (aus denen das Ei für den Eisprung gebildet wird) heranreifen, und in der 3. Phase, dem Metöstrus, der Gelbkörper an den Eierstöcken reift.

Die Follikel und der Gelbkörper produzieren unter anderem das Progesteron.

Dieses spielt eine vorrangige Rolle im entstehen der Scheinschwangerschaft.

 

Das Progesteron ist das „Schwangerschaftsschutzhormon“, es bereitet die Gebärmutter darauf vor einen Embryo einzunisten, verhindert das weitere Eisprünge geschehen usw.

Es sorgt auch dafür, das Prolactin ausgeschüttet wird, dieses Hormon löst die Milchbildung im Gesäuge aus.

 

Bei jeder unkastrierten Hündin geschieht dieser Vorgang. Wurde die Hündin in der Hitze nicht gedeckt, ebbt normalerweise das Progesteron schnell ab. Es kann aber auch passieren, dass das Progesteron überlang auf den Körper einwirkt, da der Gelbkörper nicht schnell genug abgebaut wurde, und dann beginnt unsere Scheinträchtigkeit!

 

Ende des kleinen Exkurses 😉

 

Aus energetischer Sicht gesehen besteht aber noch ein anderer, sehr interessanter Blickwinkel.

Viele Hunde spiegeln ihre Menschen. Dies bedeutet sie bekommen die gleichen Erkrankungen wie ihr Mensch, sind gestresst wenn der Mensch gestresst ist, sind traurig wenn ihr Mensch traurig ist, sind fröhlich wenn ihr Mensch fröhlich ist, usw.

Oft werden Hündinnen regelmäßig scheinschwanger, wenn ihr Mensch ein Problem mit diesem Thema hat. Sei es eine ungewollte eigene Schwangerschaft, oder ein unerfüllter Kinderwunsch, Zwist mit der eigenen Mutter, Zwist mit den eigenen Kindern…

Es sind immer Themen die mit der Mutter oder dem Mutter werden zu tun haben.

Bearbeitet man dieses Thema bei sich selbst, löst sich auch oft die regelmäßige Scheinschwangerschaft der Hündin in Luft auf!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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