Blasenprobleme bei Meerschweinchen und Kaninchen, Fallbeispiel Frida Gold

ein kleiner Ernährungsausflug in das Verdauungssystem des Hundes…
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Blasenprobleme bei Meerschweinchen und Kaninchen, Fallbeispiel Frida Gold

Sie sind ein weit verbreitetes und oft erst spät erkanntes Problem, dabei sind sie zu 80% hausgemacht, durch falsche Fütterung.

Meerschweinchen und Kaninchen haben nämlich ein großes Problem, das überschüssige Calcium was über die Nahrung aufgenommen wird, wird nicht wie bei uns Menschen und den meisten Tierarten über den Urin ausgeschieden, sondern es wird gespeichert, in Niere und Blase.

Nierensteine können entstehen die einen chronischen Schmerz verursachen und für Entzündungen sorgen, aber auch Blasensteine oder Blasenschlamm kann entstehen.

Dies merkt man an einer immer wiederkehrenden (rezidivierenden) Blasenentzündung (Cystitis).

Die Symptome sind unterschiedlich. Beim Kaninchen ist ein frühes Symptom dass beim urinieren das Hinterteil stark angehoben wird. Dies ist nichts anderes als ein Schmerzzeichen.

Rötlicher Urin ist nicht unbedingt ein Krankheitsanzeichen da je nach Fütterung der Urin beim Kaninchen von durchsichtig bis gelb, braun bis rot variieren kann.

Symptome eines chronischen Problems des Urogenitaltrakts (Blase, Niere und ableitende Harnwege) sind z.B. eine immer wieder urinverklebte Genitalgegend, vermehrte Wasseraufnahme, ein entzündetes Geschlechtsteil und auch eine verklebte Schnauzengegend wenn die Genitalgegend übermäßig geputzt wird.

Beim Meerschweinchen überwiegen mehr Blasensteine und abgehende Blasensteine die dann, vorwiegend beim weiblichen Tier, in der Harnröhre stecken bleiben und hier im schlimmsten Fall für ein Verschluss sorgen (siehe weiter unten, Fallbeispiel Meerschweindame Frida Gold).

Kleine Harnröhrensteine sind oft ein Nebenbefund bei der allgemeinen Unteruchung.

Auch hier ist das häufigste Symptom ein erhöhtes Hinterteil beim Urinabsatz und vermehrter Absatz von kleinen Mengen Urin.

Was kann man nun tun um seinem Tier das zu ersparen?

Wichtig wie immer: eine artgerechte Fütterung.

Kaninchen und Meerschweinchen sind recht karge Kost gewöhnt und wurden durch uns Menschen zu Getreidefressern erzogen. Allerdings sieht die artgerechte Ernährung ganz anders aus.

Grundlage sollte immer gutes Heu sein. Es sollte nicht staubig sein und gut riechen. Wenn es muffig riecht sind Pilzsporen im Heu und es gehört in den Müll.

Dies sollte jederzeit zur Verfügung stehen, genau wie frisches Wasser.

Außerdem sollte zweimal täglich Frischfutter gegeben werden. Hier gibt es natürlich tierartliche Unterschiede (siehe folgender Blog, Do`s and Dont`s bei der Fütterung kleiner Heimtiere)

Grob gesagt werden kann das stark Wasserhaltige Gemüsesorten wie Gurke und Salat immer zu bevorzugen sind, damit Blase und Niere auch „durchspült“ werden.

Kräuter, Kohlrabiblätter und Klee sind sehr calciumreich und sollten nicht bzw. nur selten gegeben werden.

Wer ein Tier hat das bereits unter Blasenproblemen leidet sollte hier besonders drauf achten.

Auch Luzerne ist sehr calciumreich und ist oft in Heu und Trockenfutter enthalten!

Trockenfutter ist übrigens die unnötigste Erfindung überhaupt und nur gut für den Verkäufer und Haltern von Mastkaninchen.

Es ist ein ungesunder Dickmacher und ernährungsphysiologisch, entschuldigung, Dreck.

Neben viel Getreide und Luzerne enthält es viel Zucker, und das brauchen unsere Haustiere nun gar nicht.

Abgesehen davon dass schon einige Meerschweinchen an Johannesbrotstücken etc. erstickt sind, ist es für den gesamten Organismus schädlich. Der Körper der Meerschweinchen und Kaninchen ist auf Pflanzenverdauung ausgelegt. Im Darm wird aus Zellulose, mit Hilfe von Bakterien, Zucker hergestellt.

Ebenso unnötig wie schädlich sind Salzlecksteine und Kalksteine. Sie sind geradezu eine Einladung zum (Blasen)steinreich werden.

 

Nun kommen wir zu einem kleinen Fallbeispiel, denn wenn nun das Kind in den Brunnen gefallen ist, wollen wir unserem Schützling ja auch helfen, und in Zukunft die Ernährung umstellen 😉

 

Fallbeispiel Meerschweindame Frida Gold, 5 Jahre alt

vorgestellt wurde Frida von Ihrer Besitzerin in einer Tierarztpraxis weil sie plötzliche Bauchschmerzen hatte, nicht mehr fraß und ständig versuchte Urin abzusetzen, was nicht klappte.

Sie wurde geröntgt und folgendes kam raus:

Zu sehen ist ein großer Harnröhrenstein der die Harnröhre verstopft hat.

 

Sie wurde in leichte Narkose gelegt und es wurde versucht den Stein auszuspülen. Leider gelang es nicht und durch eine starke Weichteilschwellung über dem Schamhügel war es auch schwierig zu operieren da der Stein von außen nicht ertastet werden konnte.

Die Besitzerin entschied sich für eine ergänzende naturheilkundliche Therapie, neben den schulmedizinischen Schmerzmitteln.

Frida Gold wurde in meiner mobilen Tierheilpraxis vorgestellt und bekam das homöopathische Mittel Sabal serrulatum in einer niedrigen Potenz um den Urinabsatz zu fördern. Kurz nach der Einnahme konnte sie Urin absetzen.

Sie bekam außerdem das homöopathische Mittel Silicea in einer Hochpotenz in unterschiedlichen Abständen. Anfangs täglich, später alle 2 Tage besuchte ich Frida, um den Urinabsatz zu kontrollieren.

Sie wurde zunehmend munterer und die Schwellung bildete sich zurück. Nach 2 Wochen wurde eine Kontrollaufnahme beim Tierarzt gemacht:

Der Stein war abgegegangen.

Ihre Ernährung wurde umgestellt und seitdem hat sie keine Probleme mehr gehabt.

Dennoch muss Sie regelmäßig untersucht werden um einen etwaigen Harnröhrenstein auch in Zukunft ausschließen zu können.

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