Diagnose FelV – der schleichende Tod?

Aluminium, Blei und Co
März 13, 2019
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Diagnose FelV – der schleichende Tod?

Viele Katzenhalter kennen diese vier Buchstaben nicht, sondern kennen nur den umgangssprachlichen Begriff „Leukose“. Richtig übersetzt bedeutet FelV: felines Leukämie Virus, oder auch die feline leukämische Viruserkrankung. Um sich nicht immer die Zunge zu brechen, wird es umgangssprachlich Leukose genannt, auch wenn dieser Begriff falsch im Zusammenhang mit dieser Erkrankung ist, ähnlich wie der Begriff Tumor.

Denn Leukose ist eine Krebserkrankung bei der die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) entarten, und sich eine Geschwulst aus den weißen Blutkörperchen bildet.

Die feline Leukämie ist eine vielschichtige Erkrankung, mit vielen Gesichtern.

Tumor bedeutet übrigens einfach nur Schwellung des Gewebes, für uns steht es aber umgangssprachlich für Krebs, dabei wird auch eine Schwellung von z.B. einem Mückenstich medizinisch als Tumor bezeichnet.

 

Die meisten Katzenhalter werden mit FelV erst bei der Impfung konfrontiert, wenn der Tierarzt berät, welche Impfungen es gibt. Fragt der Katzenhalter nach, was es für Symptome macht, kommt meist die Antwort: Die Erkrankung führt zu Krebs und Anämie und ist tödlich.

Doch ist das so? Und wie sinnvoll ist die Impfung? Wie erkenne ich, ob meine Katze an FelV erkrankt ist?

 

Die feline leukämische Virusinfektion ist weiter verbreitet als angenommen, die Dunkelziffer ist sehr hoch, und viele Katzen sterben unentdeckt an einer FelV-Infektion.

 

Doch von Anfang an.

 

Wie infiziert sich meine Katze überhaupt mit FelV?

Viele Katzen infizieren sich im Mutterleib mit den Viren, und tragen sie oft unentdeckt mit sich.

Nicht alle Katzen die infiziert sind, haben auch direkt sichtbare Symptome, viele Katzen haben eine so genannte latente Infektion, eine „schlummernde Infektion“. Aber auch Symptome, die nicht auf den ersten Blick typisch für FelV erscheinen, können ein Hinweis sein (dazu später mehr).

Die Ansteckung geschieht (wenn nicht schon im Mutterleib) oftmals im jungen Alter. Übertragungswege sind Sekrete und Exkrete, also in erster Linie Speichel, aber auch Kot und Urin erkrankter Katzen. Durch beschnuppern von Nase zu Nase, gemeinsame Napf-Benutzung, gegenseitiges anfauchen etc. kommt meist eine Ansteckung zustande. Die Viren dringen durch den Nasen-Rachenraum ein, befallen das Lymphsystem und vermehren sich. Im späteren Verlauf dringen die Viren ins Knochenmark ein und vermehren sich dort.

 

Führt eine Ansteckung immer zu einer Infektion?

Nein, es kommt auf die Funktionsfähigkeit des Immunsystems an, denn die FelV führt zu verschiedenen Stadien der Erkrankung. Dies ist ein wenig knifflig zu erklären.

Es gibt vier mögliche Verlaufsformen (siehe Schaubild)

  1. Die Regressorkatze:

Das Immunsystem wehrt die Viren erfolgreich ab, und eliminiert sie vollständig bevor eine Infektion entstehen konnte. Die Katze ist ein Leben lang aufgrund eigener Antikörperbildung geschützt.

  1. transient (vorübergehend) virämische Katzen:

Die Viren dringen ein, vermehren sich im Lymphsystem und werden ausgeschieden, eine Ansteckungsquelle für andere Katzen entsteht. Diese Phase hat eine Dauer von ca. 3-16 Wochen. In dieser Zeit bekämpft das Immunsystem das Virus. Nun gibt es drei mögliche Verlaufsformen: Es gewinnt den Kampf und die Infektion wird beendet, es verliert den Kampf und führt zum Tod, oder es kommt zur Verlaufsform Nr. 3.

Ist das Knochenmark bei Beendigung der Infektion nicht befallen worden, kann es zu einer kompletten Ausheilung kommen.

Wurde das Knochenmark befallen, führt es zur Verlaufsform Nr. 3.

  1. Die latent (im Hintergrund, oder auch versteckt) infizierte Katze

Dies ist eine sehr häufige und sehr oft unerkannte Form der felinen Leukämie.

Viele an FelV erkrankte Katzen leben jahrelang problemlos damit.

Diese Phase geht oft einher mit mehr oder weniger sichtbaren Symptomen, und „schlummert“ sozusagen im Körper. Auch hier ist es tatsächlich noch möglich, dass die Infektion vom Immunsystem, sozusagen im nach hinein, ausgeheilt und eliminiert wird, es kann aber auch jederzeit zum „Ausbruch“ kommen. Jeglicher Stress, egal wodurch (unharmonischer Mehrkatzenhaushalt, dadurch Stress, oder ein Umzug in ein neues Zuhause, Impfungen, Immunsuppression durch Cortisone o.ä.) kann zu einem Krankheitsausbruch führen, zur Verlaufsform Nr. 4.

  1. Die persistent (dauerhaft) infizierte Katze

In dieser Phase ist die erkrankte Katze immer ein Ausscheider, und leider ist ihre Lebenerwartung kurz. Das Immunsystem hat den Kampf endgültig verloren. Hier kommt es meist zu den typischen Symptomen, in Form von Appetitlosigkeit, Anämie oder Tumorerkrankungen.

 

Schematische Darstellung der Phasen:

Abbildung 1 © Anika Bruckert

 

Wie wird festgestellt, das meine Katze an FelV erkrankt ist?

Um die Diagnose FelV zu stellen, stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung. Manche sind aussagekräftiger, manche weniger.

Es gibt den Antigen-Schnelltest (Elisa) der meist beim Tierarzt durchgeführt wird,

den Antikörper Nachweis und den PCR-Test im Labor, der das Pro-Virus in der DNA nachweist.

Der Antigen-Test (Schnelltest) erfasst nur das Antigen der FeL-Viren, die gerade im Blut kursieren. Verstecken sich die Viren aber im Knochenmark, schlägt der Test falsch negativ an.

Der Antikörper-Test sagt nur aus, dass das Immunsystem sich mit FeL-Viren auseinander gesetzt hat, und Antikörper zur Bekämpfung gebildet hat. Er gibt also keine Info darüber, ob eine Infektion gerade vorhanden ist. Gerade in der Infektionszeit ist der Antikörper-Wert meist niedrig, weil das Immunsystem erschöpft ist.

Der PCR-Test ist der einzig aussagekräftige und damit der sinnvollste Test, um eine korrekte Diagnose zu stellen. Denn er greift alle Phasen ab, in denen eine Ansteckung für andere Katzen gegeben sein könnte. Er zeigt auch die latente, die „schlummernde“ Phase an, in der viele fel-V-Katzen falsch negativ per Schnelltest getestet werden!

Um einen Überblick zu bekommen, in welcher Phase die erkrankte Katze sich befindet, ist der Schnelltest sinnvoll, siehe folgende Grafik:

Abbildung 2 © Anika Bruckert

 

Was merke ich meiner Katze an?

die Symptome einer „ausgebrochenen“ FelV sind vor allem eine Anämie, also eine Blutarmut, hervorgerufen durch eine Verdrängung der blutbildenden Vorläufer-Zellen im Knochenmark.

Je nach „Typ“ der FelV (es gibt 2 relevante Arten), kann es auch zur Tumorbildung im Brust- oder Bauchraum kommen. Dies tritt aber meist erst Jahre nach einer Infektion auf.

Nicht so bekannte Symptome, die aber sehr häufig bei der latenten FelV vorkommen, sind eine Schwäche des Immunsystems, ähnlich dem „Katzenaids“ (FIV), Zahnfleischentzündungen, Veränderungen der Iris, ZNS-Störungen, chronische, wiederkehrende Infekte, Erkrankungen des Darms sowie auch chronische Hautprobleme.

 

 Gibt es eine Behandlung bei FelV?

Es gibt keine Heilung. Aber man kann schulmedizinisch wie auch, bzw. kombiniert, naturheilkundlich sehr gut die Viruslast gering halten, und das Immunsystem in der Waage halten, damit eine latente Phase möglichst lange andauert, und die Katze keine schwerwiegenden Symptome entwickelt.

Hierzu empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Tierarzt und Tierheilpraktiker.

Es gibt viele Katzen, die ihr Leben in vollen Zügen genießen können, und ein hohes Alter mit der Diagnose erreichen. Es gibt keinen Grund bei der Diagnose den Kopf in den Sand zu stecken und schon den Termin für eine Euthanasie zu planen. Die älteste mir vorgetragene Katze hatte ein stolzes Alter von 21 Jahren!

 

 Ist es sehr ansteckend für andere Katzen?

Ja, es ist hochgradig ansteckend, aber hauptsächlich im direkten Kontakt, sprich im Zusammenleben mit anderen erkrankten Katzen. Das Virus ist in der Umgebung nicht lange überlebensfähig, und wird daher meist nur bei direktem Kontakt übertragen.

Hat man eine erkrankte Katze, sollte sie entweder allein gehalten werden, oder mit anderen FelV-positiven Katzen.

 

Wie schütze ich jetzt meine Katze?

Zum vorbeugenden Schutz gibt es nur die Impfung. Hier gibt es Befürworter wie auch Gegner.

Die Befürworter argumentieren, dass es der einzige Schutz ist, den es gegen FelV gibt.

Da die Erkrankung auch sehr weit verbreitet ist, und die Dunkelziffer sehr hoch ist, wäre die Impfung auch der erste Schritt in die Richtung, diese Krankheit auszumerzen.

Die Gegner hingegen weisen auf die Nebenwirkungen hin, die bei der Fel-V Impfung wesentlich höher sind, als bei anderen Impfungen. Ein Grund ist das impfassoziierte Fibrosarkom, was meist an der Impfstelle auftritt. Dies ist ein sehr bösartiger und wiederkehrender Krebs.

Doch warum ist das so?

In Impfstoffen stecken immer sogenannte Adjuvantien. Die ist meist ein Anteil von Quecksilber und/oder Aluminuim, das variiert je nach Impfstoff.

Sie dienen als Verstärker, damit der Körper sich über die eindringende Impfung aufregt und Immunzellen an Ort und Stelle schickt. Ansonsten würde die Impfung dem Immunsystem kaum auffallen. So kann es manchmal passieren, dass ein paar Wochen nach der Impfung, an der Impfstelle ein „Knübbelchen“ auftritt, was in der Regel weich und schmerzlos ist, und in ein paar Tagen auch wieder verschwindet. Bei der Fel-V-Impfung allerdings, ist das Risiko höher, dass eine entartete Verhärtung hier entsteht, und das nicht unbedingt ein paar Wochen nach der Impfung, sondern auch später noch. Deswegen raten Experten dazu, am Bein oder Schwanz felV zu impfen, da diese Körperteile im Falle des Falls amputiert werden können…

Warum das so ist, weiß keiner genau.

Hier ist meine Ansicht dazu:

Schuld ist meiner Meinung nach ein Virus, das FeSV, das feline Sarkom-Virus. Viele Katzen tragen es in sich, man kann es leider nicht per Testverfahren rausfinden.

Alleine für sich ist das Virus unschädlich, es ist nicht imstande ein Sarkom (bösartige Krebsgeschwulst) auszulösen, da es sich nicht duplizieren kann. Kommen nun aber feline Leukämieviren dazu, kann es sich vermehren und zu Sarkomen führen.

Deswegen beherbergt die Impfung auch ein Risiko.

Dazu kommt noch, dass keine Impfung auch ein 100% Schutz ist. Es kommt immer darauf an, wie die Impfung vom Körper aufgenommen, und umgesetzt wurde.

Und auch wenn man einer durchgeimpften Katze einen hohen Infektionsdruck zumutet (also geimpfte, gesunde Katze die zu einer Fel-V-erkrankten Katze kommt), sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Impfung hier ausreicht um eine Ansteckung zu verhindern.

 

Auch hier muss wieder jeder für sich abwägen, welches Risiko für ihn höher ist, und eine eigene Entscheidung treffen.

 

Wer sich für eine Impfung entscheidet sollte bitte beachten: Es sollte ein Einzelimpfstoff verwendet werden, kein Kombinationsimpfstoff, und es sollten möglichst keine Adjuvantien im Impfstoff vorhanden sein.

 

Was allerdings bitte IMMER zu beachten ist, egal ob Sie sich für oder gegen eine Impfung entscheiden:

 

Lassen Sie Ihre Katze mittels PCR-Test im Labor testen!

 

Dies sollte Pflicht vor einer  FelV-Impfung sein, aber es empfiehlt sich auch wenn man eine neue Katze zu sich holt, diese testen zu lassen.

 

Auch bei erkrankten, symptomlosen Katzen, lohnt es sich immer wieder mal den PCR Test zu wiederholen, da auch eine Fel-V positive Katze imstande ist, den Virus zu eliminieren und negativ zu werden.

 

 

Übrigens:

Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, am 21.07.2019 veranstalte ich einen Infonachmittag im Tierheim Hilden, zu dem Thema FIV, FelV und FIP.

Anmeldung gerne über:

info@tierheilpraxis-bruckert.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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