Gewitter im Gehirn

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Gewitter im Gehirn

Katze Lucy schreit ihr Frauchen an die in Richtung Küche geht, sie läuft hinter ihr her und maunzt nach Leckereien, doch plötzlich bleibt Lucy im Flur stehen und guckt gegen die Wand. Frauchen wundert sich und zückt ihr Handy, sie kennt diesen Blick und dokumentiert diesmal alles genau, denn dies ist nicht das erste Mal….

Dann geht es los, Lucy springt plötzlich wie von der Tarantel gestochen, springt gegen die Wand, pinkelt dabei, bleibt dann auf dem Boden liegen, speichelt stark und schreit, verliert Kot.

Nach ca. 30 Sekunden (aber gefühlten 5 Minuten) ist der Spuk vorbei, Lucy schaut etwas verwirrt drein, sortiert ihre Zunge und fängt an ihr feuchtes Fell zu putzen, dann geht sie zu ihrem Fressnapf und isst mit mächtigem Appetit.

Diesen sogenannten epileptischen Anfall hat Lucy nun schon zum fünften Mal innerhalb von 20 Tagen gehabt. Vorher war gesundheitlich nie etwas aufgefallen. Beim Tierarzt waren alle Untersuchungen, alle Blutwerte unauffällig, Diagnose: Epilepsie.

Lucy`s Frauchen wurden Anti-Epilepsie-Tabletten mitgegeben, jedoch wird Lucy davon sehr schläfrig und trotz Tabletten kamen Anfälle, wenn auch kürzere. Nun wurde ich eingeschaltet, um mir das ganze einmal anzusehen.

Nach genauerer Anamnese kam heraus, dass die 5 Jährige Lucy auch früher schon ein „nervöses Augenzucken“, oder plötzliche Muskelzuckungen am Rücken hatte, die aber immer wieder verschwanden. Dies waren die ersten Anzeichen, denn auch das können kleine epileptforme Anfälle, sogenannte fokale Anfälle, sein.

Ich könnte Ihnen jetzt medizinisch erklären, was genau im Gehirn passiert bei einem epileptischen Anfall, aber zum einen möchte ich hier einen Blog aufgrund meiner Erfahrungen schreiben, zum anderen kann man dies überall im Internet nachlesen.

Sehr grob zusammengefasst sind es Kurzschlüsse der Reizleitungen im Gehirn, ein sogenanntes „Gewitter im Gehirn“.

Wenn die Diagnose Epilepsie gestellt wurde, sollte man zuerst wissen: Es ist eine Ausschluss-Diagnose. Dies bedeutet, dass erst wenn alle schulmedizinisch erfolgten Untersuchungen kein Ergebnis, keine Erklärung für einen Anfall ergeben haben, behandelt man mit Antiepileptika oder Antikonvulsiva (Anti-Krampf/Anfalls-Mittel).

Untersucht werden die Organwerte, das Blutbild, bestimmte Erreger die das Nervensystem beeinträchtigen können, je nachdem ob es sich um ein kastriertes oder unkastriertes Tier handelt können auch Hormone die Auslöser sein.

Wem es möglich ist, dem wird auch angeraten ein MRT (Magnetresonanztomographie) machen zu lassen, denn hier könnte eine Ursache (meiner Meinung nach die einzige Ursache, die es rechtfertigt ein Tier lebenslang unter Pillen zu setzen) in Form eines Hirntumors (oder einer anderen Hirnschädigung), gefunden werden.

Naturheilkundlich gibt es aber noch deutlich mehr Auslöser für epileptische Anfälle.

Luna, eine 3 jährige amerikanische Colliehündin, hatte heute ihren dritten Anfall innerhalb von 2 Monaten. Die Anfälle liefen immer gleich ab, Luna war nicht mehr ansprechbar, ihre Muskel zuckten zunehmend, bis sie zusammenbrach und wild strampelnd auf dem Boden lag, speichelnd aber ruhig zuckte sie ca. 1 bis 2 Minuten, bis sie wieder aufstand, sich schüttelte und ihrem Alltag nachging. Ihre Halter sind ganz aufgelöst, alle Blutwerte beim Tierarzt in Ordnung, ein Termin für ein MRT war schon geplant, bisher wurden ihr noch keine Tabletten gegen die Anfälle gegeben.

Bei der Anamnese kam heraus, das Luna einen Monat vor dem ersten Anfall geimpft wurde, meine Testung ergab eine Schwermetallbelastung, wir leiteten die Impfung aus, sowie die Schwermetallbelastung, und Luna bekam nie mehr einen Anfall (1,5 Jahre her).

Bei Katze Lucy kam eine allergische Belastung durch das Futter bei meiner Testung zutage, wir stellten die Ernährung komplett um, was etwas dauerte, denn in jeder Katze steckt eine Diva 😉

Lucy bekam zusätzlich ein passendes Homöopathikum verabreicht und der Spuk war fast vorbei, es kamen noch 2 weitere kleinere Anfälle während der Futterumstellung, danach keiner mehr.

In der Naturheilkunde sind epileptische Anfälle vielmals eine Überreizung des Organismus. Meist durch „zu viel des Guten“.

Ein typischer Verlauf, selbst-erlebt, aber leider nicht mein Patient, schulmedizinische Behandlung:

Hund Tom, 1 Jahr alt, eitrige Ohrenentzündung, beide Ohren sind betroffen. Behandlung beim Tierarzt.

Trotz sämtlicher Medikamente mit Antibiotika, Cortison und pilztötenden Wirkstoffen gibt es keine durchgehende Besserung. Es folgt ein Allergietest, daraufhin Diätfutter für Allergiker.

Doch weiterhin gibt es immer wiederkehrende Ohrenentzündungen. Dann auch Hautentzündungen, sogenannte Hot-Spots, nässende, juckende Hautstellen → Behandlung mit Salben und Antibiotika sowie juckreiz-stoppenden Tabletten. Nach 3 Jahren der Haut-und Ohrenerkrankungen dann der erste epileptische Anfall. Blutwerte alle gut → Anti-Epileptika-Tabletten. Dennoch kommen weitere Anfälle, die Dosierungen werden angepasst, aber leider gibt es weiterhin Anfälle. Also werden andere, zusätzliche Anti-Epilepsie-Tabletten eingesetzt.

Sein Ende kam dann, fast absehbar, ca. 2 Jahre später, er wurde euthanasiert mit Ohrenentzündung, einer chronischen Hautkrankheit und im Status epilepticus, einem Anfall, aus dem er nicht mehr herauskam, der seit Stunden andauerte.

Schulmedizinisch wurde hier alles richtig gemacht, und der Hund hatte einfach ein „schlechtes Immunsystem“ und Pech. Ein schrecklicher und leider auch ein nicht selten vorkommender Fall, der Hund hatte sein Leben lang Ohrenschmerzen und Handicaps, die Besitzer, mal ganz abgesehen von den vielen Sorgen und Ängsten, ein leeres Portemonnaie.

Aber jetzt klamüser ich den Fall mal aus der naturheilkundlichen Sicht auf.

Dieser Hund (von einem „guten“ Züchter, Elterntiere über Generationen hinweg auf alle möglichen Erkrankungen getestet und für gesund befunden) wurde, wie man das so macht, regelmäßig geimpft und entwurmt, gegen Zecken und Flöhe behandelt und mit Fertigfutter ernährt.

Dann bekam er eine Ohrentzündung. Und das ca. 1 Monat nach der Wiederholungsimpfung.

Hier wäre jetzt der Ansatz gewesen, um seiner Krankheits-Karriere einen ganz anderen Lauf zu geben. Wäre hier die Fütterung umgestellt worden, und eine passende naturheilkundliche Kur verabreicht worden, wäre die Sache sicherlich anders für den armen Tom ausgegangen. Denn hier hatten wir es zu tun mit einem Allergiker, der empfindlich auf die Impfung reagiert hat, sein Körper hat es uns gezeigt indem er eine Ohrenentzündung entwickelt hat. Dies ist (wenn nicht gerade Ursachen wie Verletzungen, Fremdkörper, eine Schilddrüsenunterfunktion oder tägliche Schwimmzüge im Baggersee zugrunde liegen) immer ein Zeichen einer gestörten Entgiftung. Normalerweise erledigen das u.a. Leber, Niere und Darm. Sind diese aber überfordert, geht die Entgiftung zunächst über die Haut. Und das Ohr ist ein Haut-Anhangs-Gebilde, hier ist es feucht und warm, somit entzündet es sich hier schnell, wenn vermehrt Sekret gebildet wird. Dies ist keine eigenständige Erkrankung, die man als alleinig ansehen kann, es ist nur ein Symptom dafür, das hier etwas ganz und gar nicht stimmt!

Tom wurden diverse Medikamente verabreicht. Cortison, Antimykotika, Antibiotika, sowohl als Ohrentropfen für die örtliche Anwendung, wie auch innerlich als Tabletten. Was bedeutet das? Es werden in einen überforderten Organismus noch mehr Giftstoffe gekippt. Der Körper, der eigentlich nur sagen wollte „hey, guck mal, hier stimmt was nicht mit mir!“, wird jetzt zugedeckelt mit Medikamenten, die kurzfristig helfen, langfristig (und gerade bei einem Allergiker, dessen Stoffwechsel sowieso überlastet ist) aber leider nur Öl ins Feuer gießen, und den ganzen Prozess noch anheizen.

So wundert es den aufmerksamen Leser sicherlich nicht, dass nun andere Hauterkrankungen folgten. Pilzerkrankungen, Hot-Spots etc. Der Körper „brodelt“. Er versucht nun auch systemisch über die restliche Haut zu entgiften, und schafft neue Symptome.

Leider wird dies wieder mit Medikamenten behandelt, und so spitzt sich die Situation unablässig zu.

Jeder Organismus strebt danach, gesund zu werden und zu heilen. Hier wurden alle Alarmzeichen nicht nur ignoriert, sondern auch noch unterdrückt und dadurch verstärkt.

Folgerichtig kann sich nun jeder naturheilkundlich denkende Mensch ausrechnen, was der Körper als nächstes macht. Je nach Konstitution gibt es Typen, die nun die Lunge als folgendes Entgiftungsorgan einsetzen, und Asthma entwickeln. Diese Typen hatten aber meistens eher Durchfall oder andere Darmerkrankungen als vorhergehendes Symptom. Bei anderen kann die Leber aufgeben und eine starke Lebererkrankung entwickelt sich. Oder die Bauchspeicheldrüse entzündet sich chronisch. Was aber in diesem Fall geschah, die Übergiftung ging aufs Hirn über. Und das Hirn ist eine Einbahnstraße für Giftstoffe. Und was passiert in einem Organ, das zugeschüttet wird mit Schlacke, aber nicht mehr abtransportieren kann? Es verliert seine Funktion, bzw. kann seine Funktion nur mit Störungen aufrecht erhalten.

Und so gibt es Fehlzündungen, ein epileptischer Anfall entsteht. Da auch hierauf mit weiteren Medikamenten behandelt wurde (neben den sowieso Intervall-artig dauerhaft eingesetzten Cortisongaben und Antibiotika) wundert es nicht, dass die Anfälle an Intensität zunahmen, sowohl in der Häufigkeit, wie auch in der Dauer.

Das traurige Ende war voraussehbar für jeden Heilpraktiker.

Ich kann natürlich auch falsch liegen und Tom hatte eine genetische Disposition an Epilepsie zu erkranken. Auffällig hierbei ist nur der typische Verlauf, Impfung → Ohrenentzündung → zusätzliche Hautentzündungen → Epilepsie. Und das es bei seinen Eltern, über Generationen hinweg, keine Epilepsie gab.

Dieser Fall liegt mir jetzt noch quer im Magen. Macht- und tatenlos verfolgte ich dieses Geschehen jahrelang, mit verbundenen Händen. Jedes neue Symptom war mir schon bekannt, lange bevor es auftrat. Tom`s Besitzer hielten nichts von „Homöopathie und solchem Hokus-Pokus“.

Umso mehr liegt es mir am Herzen, dass Tierhalter sich trauen, auch mal aus der Schublade zu kriechen. Nicht nur in schwarz-weiß zu denken.

Es gibt so viele Erkrankungen, die gar nicht erst so weit fortschreiten müssten, bis man nicht mehr zurück kann. Und das nur weil man nicht an dieses oder jenes „glaubt“.

Und gerade bei einer Epilepsie lohnt es sich immer, auch einen Tierheilpraktiker mit drauf schauen zu lassen. Denn es sind wirklich selten Fälle, in denen eine angeborene oder erworbene, unbehandelbare Gehirnerkrankung der Auslöser für Epilepsie ist.

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