Hust.. hust… ist es etwa Zwingerhusten?!?

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Hust.. hust… ist es etwa Zwingerhusten?!?

Ja, ich habe das böse Wort genannt, es ist gefallen, der Drop ist gelutscht, nun ist es passiert…

…und… schauen Sie bitte schnell nach… hustet ihr Hund schon?

 

Nein? Puh, gerade noch mal gut gegangen!

Denn lauscht man Gesprächen von Hundehaltern auf der Wiese, könnte man meinen der Zwingerhusten ist immer und überall da, hier ein Fall, und Nachbar`s Lucy hatte den auch gerade, meiner hatte den letzten Monat erst, es ist einfach furchtbar!

 

Doch stimmt das wirklich? Kursiert der Zwingerhusten stets und klopft an allen Hundelungen mit freundlicher Gleichmäßigkeit an?

Wir impfen doch jährlich dagegen… wieso hustet mein Hund dennoch fast im Jahrestakt?

 

Zu allererst mal, gerade beginnt die Erkältungszeit. Oftmals fängt der Mensch mit einem Halskratzen an, einen Tag später liegt er flach im Bett mit Fieber und dickem Kopf. Oder er hatte Glück und hat „nur“ die „light and lahm – Version“ (wie ich sie nenne 😉 ) erwischt, und hangelt sich jetzt tagelang mit niesen, husten und ab und an Kopfschmerzen durch den Alltag.

Schuld hieran sind die häufigsten Erkältungserreger, wie die Allzeit-bereit-Bakterien, mit Namen, Streptokokken.

Sie fühlen sich in unserem Hals- und Rachenraum sehr wohl und sind sehr gesellig, teilen (sich) auch gerne, verlassen mithilfe von Nies – oder Hustattacken ihr Habitat und suchen sich woanders ein Zuhause (dies nennt man dann Tröpfcheninfektion).

Die Sache mit dem Niesen und Husten ist nur die… meist fällt das, was da aus uns rauskommt, gen Boden. Und teilen wir unser Zuhause nun mit Vierbeinern, wie Hunde oder Katzen, kann es sehr gut passieren, dass wir unsere Krankheit mit unseren Tieren teilen. Katzen entwickeln oft eine Halsentzündung, was an Fressunlust, schwerem Schlucken und erbrechen zu erkennen ist, Hunde können auch eine Hals/Rachen-entzündung (Tonsillitis) entwickeln (Symptome auch hier: erbrechen von weißem Schaum, schweres schlucken, seltener Fressunlust), oftmals aber, und vor allem auch Husten.

Dies klingt dann so, als würde unser liebster gerade versuchen einen Stock quer aus seinem Rachen zu erbrechen bzw. auszuwürgen.

Der Kehlkopfbereich ist empfindlich, und jegliche Berührung dort kann ein Husten oder würgen auslösen. Deswegen bitte auch bei einer Tonsillitis das Halsband ausziehen, einen Schal drumpacken (denn der Hals mag es warm, wenn er angeschlagen ist) und den Hund für diese Zeit am Geschirr führen. Kommen blöde Sprüche, sagen Sie einfach das ist jetzt neue Mode 😉

Helfen kann hier gut die Naturheilkunde, ein Antibiotikum ist in den meisten Fällen nicht nötig, wird aber gern gegeben weil es dadurch deutlich schneller geht (nur zu welchem Preis…).

 

Nun zum Thema zurück, dem ….*hust* Zwingerhusten.

 

Der Zwingerhusten ist primär eine Viruserkrankung. Und das macht die ganze Sache schwieriger. Es gibt auch nicht den einen Zwingerhusten-Erreger, sondern mehrere, verschiedene Viren können hier eine Rolle spielen. Die häufigsten sind die caninen Adeno-Viren, die caninen Parainfluenza-Viren, die caninen Herpes-Viren und die caninen Reo-Viren.

Doch auch hier können sich Bakterien dazugesellen, da sie die Gesellschaft von Viren einfach mögen (Viren = Türöffner). Am häufigsten können hier Bordetellen dazukommen, die unter anderem auch Erreger des Katzenschnupfenkomplexes sind, und auch an uns Menschen nicht ganz uninteressiert sind.

Woran merke ich jetzt ob mein Hund eine Halsentzündung hat oder Zwingerhusten?

Der Zwingerhusten kommt mit Stärke, und bleibt auch lange. Er ist plötzlich da und kennzeichnet sich durch ständiges Husten, insbesondere trockenem Husten. Er ist hartnäckig und geht, trotz Behandlung, sehr langsam weg.

Und was das unschönste an der ganzen Sache ist: Er ist verdammt ansteckend. Das hat ihm den Namen „Zwinger“ Husten eingebracht, denn er verbreitet sich am liebsten dort, wo viele Hunde auf einem Fleck sind. Früher waren das vorrangig die Zwinger, heute sind es eher Hundespielwiesen, Hundeschulen, Hundetagesstätten, volle Wartezimmer bei Tierärzten, Hundeausstellungen…u.s.w.

 

Zeigt ihr Hund also Symptome die dafür sprechen, und war er vor kurzem mit mehreren Hunden in Kontakt, könnte dies auf Zwingerhusten hindeuten. Haben Sie nur die normalen Hunderunden gedreht, und Ihr Hund die üblichen, bekannten Hunde begrüßt, spricht es eher gegen Zwingerhusten. So pauschal kann man es leider nicht ganz machen, aber was beim Zwingerhusten zur Ansteckung führt ist längerer Kontakt auf begrenztem Raum. Man wird nicht unbedingt von einem husten angesteckt, sondern die Virenlast und damit der Infektionsdruck muss entsprechend groß sein.

 

Hustet der Hund, führt der Weg zum Tierarzt nicht vorbei, denn ein unbehandelter Zwingerhusten kann zur kompletten Luftröhrenentzündung und Lungenentzündung führen.

Hier gilt es abzuklären ob Bakterien beteiligt sind, dies wird mithilfe eines Nasenabstriches gemacht. Ein Antibiotikum wird gegeben, auch wenn die Grunderreger Viren sind, denn die Bakterien kommen (wenn sie nicht schon da sind) meist dazu, und sind für die Verschlimmerung der Symptome verantwortlich.

Gegen Viren kann die Schulmedizin nichts ausrichten, hier hilft die Naturheilmedizin ergänzend weiter.

 

Früher gab es den Zwingerhusten sehr häufig. Heute sind es vor allem bakterielle Erkältungsinfekte, wie auch bei uns nicht gleich jede Erkältung eine Grippe ist! Durch die veränderte Hundehaltung ging der Zwingerhusten zurück, aber auch durch die eingeführten Impfungen.

 

Wie kann ich meinen Hund jetzt schützen, durch die Impfung?

 

Man kann jährlich gegen Zwingerhusten impfen lassen. Da aus diesem Blog kein Pro/Contra Impfungen-Blog werden soll, und auch jede Impfberatung ganz individuell ist, weise ich hier zu diesem Thema nur darauf hin, dass die Zwingerhusten-Impfung einen gewissen Schutz gegen Parainfluenza-Viren bildet (im Impfpass mit Pi abgekürzt), aber nicht gegen die anderen Viren die am Zingerhusten beteiligt sein können. Zusätzlich kann man gegen Bordetellen impfen lassen (Abkürzung im Impfpass Bb), dies geht aber nur mit einem Nasenimpfstoff. Dieser Nasen-Impfstoff bündelt den Impfschutz gegen Bordetellen und Parainfluenza-Viren. Er ist sinnvoll, wenn man seinen Hund z.B. in eine Pension bringen muss, oder an einen Ort, wo man weiß, dass viele andere fremde Hunde da sein werden.

 

Eine Impfung gibt einen gewissen Schutz, aber nie einen 100%igen! Auch die Viren lernen dazu und verändern sich. (Dies ist ein Grund, warum auch Grippe-Impfungen fraglich sind)

 

Ansonsten gilt es vorbeugend den Hund gesund zu halten! Also eine gesunde, artgerechte Ernährung, wenig Stress, viel Auslauf. Dann ist im besten Falle das Immunsystem auf Zack wenn die nächste Hundebegegnung heimliche Besucher in sich mit herumschleppt ;-).

Zu Herbst (Erkältungs) Zeiten, kann man das Immunsystem auch unterstützen, mit einer zeitlich begrenzten Gabe von immun-fördernden Mitteln wie Hagebuttenpulver, oder sonstigen immunsteigernden und immunregulierenden Mittelchen (Dies bitte nur nach Absprache mit einem fachkundigen Tiermediziner/Tierheilpraktiker!)

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihren tierischen Freunden, und Ihnen, einen hustfreien und goldenen Herbst!

 

 

 

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